Das aktuelle EEG. Vergütung & Zubau
EEG

Das aktuelle EEG - Richtlinien, Vergütungssätze, Zubauzahlen

Mit der Novelle des Erneuerbare Energie Gesetz im Jahr 2012 sind entscheidende Änderungen in Kraft getreten. Zum Einen wurde eine monatliche Degression eingeführt. Fortan werden also die Vergütungssätze jeden Monat um einen variablen Prozentsatz gekürzt. Desweiteren sind mit der neuen Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 neue technische Regeln für Anlagen am Niederspannungsnetz nun bindend.

Im EEG 2012 wird ein Gesamtausbauziel für die geförderte Photovoltaik in Deutschland in Höhe von 52 GW verankert. Der jährliche Zubaukorridor, also das jährliche Zubauziel der Bundesregierung, beträgt 2.400 - 2.600 MW (festgelegt im § 31 Abs.1 EEG). Ist das Gesamtausbauziel erreicht, erhalten neue Anlagen keine Vergütung mehr. Der Gesamtbestand an Photovoltaikanlagen im Januar 2015 lag bei ca. 38,36 GW. Es werden also noch knapp 14 GW Zubau EEG gefördert.

Das Wichtigste zum aktuellen EEG und der VDE-AR-N 4105 Richtlinie in Kürze:

1. Monatliche Basisdegression:
Die Degression bemisst sich an dem Zubau der letzten 12 Monate und wird einmal im Quartal neu festgelegt. Liegt der Zubau unter dem Zielwert der Bundesregierung, wird die Vergütung nur sehr leicht gesenkt bis hin zu einem Vergütungsanstieg - je nach Höhe der Differenz zwischen Zubauziel und tatsächlichem Zubau. Liegt er darüber, sinkt die Vergütung.

Mit Stand März 2015 liegt der tatsächliche Zubau der vergangenen 12 Monaten unter 2 MW und damit unter den Zielen der Regierung. Sollte der Zubau nicht wieder deutlich anziehen, sind somit weiterhin konstante oder gar leicht steigenden Vergütungssätze in den nächsten Quartalen zu erwarten.

2. Bereitstellung von Blindleistung ("cos Phi"):
Ab sofort müssen Solarwechselrichter Blindleistung bereitstellen: 5% für Kleinanlagen, 10% für sonstige PV Anlagen. Folge: Wechselrichter müssen fortan etwas größer dimensioniert werden um die zusätzliche Blindleistung bereitzustellen. Die Bereitstellung der Blindleistung dient der Netzstabilisierung (Netzspannung) und ermöglicht, dass mehr Anlagen an das Netz angeschlossen werden können.

Die Blindleistung bzw. Reduzierung der Wirkleistung wird auch über den Verschiebungswinkel cos Phi ausgedrückt. Cos Phi 0,95 bedeutet, dass 95% Wirk- und 5% Blindleistung vom Wechselrichter gestellt wird.

3. Externer Netz- und Anlagenschutz:
("NA Schutz") für Anlagen größer 30KWp. Für PV Anlagen unter 30kWP reicht der wechselrichtereigene NA-Schutz.

4. Einbeziehung der PV Anlagen in das Einspeisemanagement (EinsMan):
Für Kleinanlagen freiwillig. Jedoch muss bei einer Nichtteilnahme die Leistung am Netzverknüpfungspunkt auf 70% der Anlagennennleístung begrenzt werden. Bei einer Teilnahme am Einspeisemanagement muss ein Rundsteuerempfänger ("RSE") vom Energieversorger gemietet oder gekauft werden. Die Kosten des Rundsteuerempfängers liegen bei ca. 400,- EUR, je nach Netzbetreiber auch günstiger oder teurer. Über das Rundsteuergerät kann der Netzbetreiber bei Netzüberlastung über ein Langwellen Tonsignal Photovoltaikanlagen drosseln oder auch ganz abschalten.

Weitere Informationen zu der 70%-Regelung und Einspeisemanagement finden Sie auch in unserer Rubrik 70% vs EinsMan

Zusammenfassung EEG 2012 / 2013

Die EEG Novelle August 2014:

Mit der EEG Novelle 2014 sind ab 01. August weitere Änderungen und Neuerungen inkraft getreten. Diese gelten nur für Neuanlagen. Bestandsanlagen fallen unter den Bestandsschutz.

Die wichtigsten Änderungen zum 01. August 2014:

  1. Die EEG Vergütung erhalten nur noch sogenannte Kleinanlagen.
    Dies sind ab 1.8.2014 alle neu installierten Anlagen bis einschließlich 500 kWp, ab dem 1.1.2016 alle Anlagen bis 100 kWp. Betreiber von Großanlagen, also größer 500kWp bzw. 100kWp ab 2016, müssen den Solarstrom direkt vermarkten.

  2. Im Gegenzug entfällt jedoch das sogenannte Marktintegrationsmodell. Hier war es in der Vergangenheit so, dass Betreiber von Anlagen > 10kWp nur für 90% des Solarstroms eine EEG Vergütung bekommen haben. Die Restmenge musste selber verbraucht oder zum Börsenstrompreis verkauft werden.

  3. Entrichtung der EEG Umlage auf Eigenverbrauch:

    Für Eigenverbrauch des Solarstroms ist zukünftig die EEG Umlage zu entrichten. Liegt jedoch eine Personenidentität vor (=> Anlagenbetreiber = Stromverbraucher), muss nur eine anteilige EEG Umlage entrichtet zu werden. Der Anteil liegt bei 35% von der aktuellen EEG Umlage und steigt ab 2017 auf 40%.

    Ausgenommen von der EEG Umlage sind Kleinstanlagen mit einer Leistung von maximal 10kWp und maximal 10.000kWh Jahresstromproduktion.

  4. Erhöhung der EEG Sätze:
    Zur Kompensation der Entrichtung der EEG Umlage werden die Vergütungssätze für Anlagen größer 10kWp leicht angehoben.

Die EEG 2012 und 2014 Änderungen im Detail:

I. EEG Vergütungssätze:

Die EEG Vergütungssätze werden monatlich gekürzt. Die Degressionsschritte werden einmal im Quartal angepasst und bemesen sich an dem Zubau der letzten 12 Monate.

Die aktuellen EEG Vergütungssätze:


Vergütungssätze 2013 - 2015 für Solarstrom


1. Anlagen in, an oder auf Gebäuden (§ 33). Vergütungssätze in €-Cent / kWh.

Vergütung für Strom,
der in das öffentliche Netz
eingespeist wird (Einspeisevergütung)

Angaben in €-Cent

bis 10 kWp

bis 40 kWp

ab 40 kWp

ab 1 MWp bis max. 10MWp

sowie Freiflächenanlagen

Monatliche Basisdegression von Februar bis April 2013: 2.2%. Daraus ergibt sich:

Ab 01. Februar 2013

16,64

15,79

14,08

11,52

Ab 01. März 2013

16,28

15,44

13,77

11,27

Ab 01. April 2013

15,92

15,10

13,47

11,02

Monatliche Basisdegression von Mai bis Juli 2013: 1.8%. Daraus ergibt sich:

Ab 01. Mai 2013

15,63

14,83

13,23

10,82

Ab 01. Juni 2013

15,35

14,56

12,99

10,63

Ab 01. Juli 2013

15,07

14,30

12,75

10,44

Monatliche Basisdegression von August bis Oktober 2013: 1.8%. Daraus ergibt sich:

Ab 01. August 2013

14,80

14,04

12,52

10,24

Ab 01. September 2013

14,54

13,79

12,30

10,06

Ab 01. Oktober 2013

14,27

13,54

12,08

9,88

Monatliche Basisdegression von November bis Januar 2014: 1.4%. Daraus ergibt sich:

Ab 01. November 2013

14,07

13,35

11,91

9,74

Ab 01. Dezember 2013

13,88

13,17

11,74

9,61

Ab 01. Januar 2014

13,68

12,98

11,58

9,47

Monatliche Basisdegression von Februar bis April 2014: 1.0%. Daraus ergibt sich:

Ab 01. Februar 2014

13,55

12,85

11,46

9,38

Ab 01. März 2014

13,41

12,72

11,35

9,28

Ab 01. April 2014

13,28

12,60

11,23

9,19

Monatliche Basisdegression von Mai bis Juli 2014: 1.0%. Daraus ergibt sich:

Ab 01. Mai 2014

13,14

12,47

11,12

9,1

Ab 01. Juni 2014

13,01

12,34

11,01

9,01

Ab 01. Juli 2014

12,88

12,22

10,90

8,92

Monatliche Basisdegression von August bis September 2014: 0,5%. Daraus ergibt sich:

Neu ab 01. August 2014: Feste EEG Einspeisevergütung nur für Anlagen bis max. 500kWp

Freiland oder Nichtwohngebäude bis 500kWp

Ab 01. August 2014

12,75

12,40

11,09

8,83

Ab 01. September 2014

12,69

12,34

11,03

8,79

Monatliche Basisdegression ab Oktober 2014: 0,25%. Daraus ergibt sich:

Ab 01. Oktober 2014

12,65

12,31

11,01

8,76

Ab 01. November 2014

12,62

12,28

10,98

8,74

Ab 01. Dezember 2014

12,59

12,25

10,95

8,72

Ab 01. Januar 2015

12,56

12,22

10,92

8,70

Ab 01. Februar 2015

12,53

12,18

10,90

8,68

Ab 01. März 2015

12,50

12,15

10,87

8,65

Vergütungsfähiger Anteil (*)

Für Neuanlagen ab 01.08.2014

EEG Umlage ab 01.08.2014 für Eigenverbrauch zu entrichten:

100%

100%

Nein

90%

100%

Ja

90%

100%

Ja

100%

100%

Ja

Nächster Stichtag zur Festlegung der neuen Basisdegression: 01. November 2014

(*) Seit 01. August 2014 erhalten wieder alle Anlagen 100% EEG Vergütung (Marktintegrationsmodell entfällt). Für Anlagen > 10kWp muss jedoch eine anteilige EEG Umlage von zunächst 35%, steigend auf 40% auf selbstverbrauchten Strom entrichtet werden.


Zubauzahlen Photovoltaikanlagen in Deutschland Jahr 2012 - 2015:
(Jahreszielkorridor: 2.500 - 3.500 MWp, eine Überschreitung führt zu einer höheren Degression)

Zubauzahlen Photovoltaikanlagen seit Juli 2012

Monat   -  Leistung (MWp)

Jahr 2012
Gesamtzubau: 7.600 MWp
Juli  2012
521,92
Oktober 2012 611,28



August 2012

328,83

November 2012 434,97



September 2012

978,02

Dezember 2012 330,10



Jahr 2013
Gesamtzubau: 3.302 MWp

Quartal 1 (Jan - März)
Summe Zubau Q1/2013: 776,36 MWp
Quartal 2 (April - Juni)
Summe Zubau Q2/2013: 1.021,19 MWp
Quartal 3 (Juli - September)

Summe Zubau Q3/2013: 894,98 MWp
Quartal 4 (Oktober - Dezember)

Summe Zubau Q4/2013: 610,73 MWp

Januar 2013

274,67

April 2013 367,72 Juli 2013 312,43 Oktober 2013 225,96

Februar 2013

211,22

Mai 2013 344,23 August 2013 291,65 November 2013 218,75

März 2013

290,47

Juni 2013 309,24 September 2013 290,89 Dezember 2013 166,02

Jahr 2014
Gesamtzubau: 1.894,76 MWp

Quartal 1 (Januar - März)
Summe Zubau Q1/2014: 459,23 MWp
Quartal 2 (April- Juni)
Summe Zubau Q2/2014: 555,63 MWp
Quartal 3 (Juli- September)
Summe Zubau Q3/2014: 592,15 MWp
Quartal 4 (Oktober - Dezember)
Summe Zubau Q4/2014: 288,98 MWp

Januar 2014

193,05

April 2014 163,01 Juli 2014 344,69 Oktober 2014 75,40

Februar 2014

110,38

Mai 2014 204,04 August 2014 140,00 November 2014 105,97

März 2014

155,81

Juni 2014 188,58 September 2014 109,84 Dezember 2014 105,62
Jahr 2015
Gesamtzubau: 
Quartal 1 (Januar - März)
Summe Zubau Q1/2015:  MWp





Januar 2015 122,68





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